Meine Lieben, schnallt euch an! Während der Februar sich mit seinen letzten Sturmböen verabschiedet, rollt im März eine Welle auf uns zu, die ganz ohne Gummistiefel auskommt – dafür aber mit jeder Menge Kopfkino. Die 11. SuedLese Literaturtage stehen vor der Tür.
Und ich sage euch: Unser Bezirk wird einen Monat lang zum Epizentrum für alle, die das geschriebene Wort lieben.
Was ich an der SuedLese so faszinierend finde? Es ist kein steifes Event in schicken Konzertsälen, sondern ein Festival der kurzen Wege und der echten Begegnungen. Unter dem Motto Autorin und Ort suchen und finden sich selbst wird vom 1. bis zum 31. März fast jede Ecke in Harburg, Wilhelmsburg und sogar Buxtehude zur Bühne. Über 26 Institutionen und viele engagierte Mitarbeiterinnen machen diesen Lesemarathon möglich.
Besonders spannend: Dieses Jahr liegt der Fokus auf den Debütant*innen. Dank der Unterstützung durch die Zeit Stiftung bekommen frische Stimmen wie Kea von Garnier mit ihrem Roman Restsommer oder Rina Schmeller eine ganz große Bühne. Das passt perfekt zu Harburg – wir sind schließlich auch ein Ort, an dem immer wieder Neues entsteht und sich mutige Leute ausprobieren.
Ein absolutes Highlight, das ihr euch rot im Kalender markieren solltet, ist der Auftritt von Tillmann Bendikowski am 4. März in der Fischhalle. Er liest aus seinen Sagenhaften Nordgeschichten. Wer die Fischhalle kennt, weiß: Zwischen maritimen Flair und historischem Gebälk liest es sich einfach am besten. Und für die Krimifans unter euch gibt es am 7. März die Ladies Crime Night in Buxtehude – ein Format, bei dem jede Lesung abrupt mit einem Schuss endet. Wenn das mal kein schneller und energischer Stil ist!
Aber auch die leisen Töne haben ihren Platz. Am 1. März geht es los mit einer Lesung für den Baum bei Alles wird schön e.V., und am 6. März erzählt Dominik Bloh im Treffpunkthaus Heimfeld seine bewegende Geschichte Die Straße im Kopf. Es ist diese Mischung aus Neugier und Begeisterungsfähigkeit, die die SuedLese so besonders macht. Man stolpert quasi von einer Haspa-Filiale in Neugraben direkt in ein Wohnzimmer-Event in der Harburger Innenstadt.
Und als wäre das nicht schon genug, feiert ganz Hamburg im März den 100. Geburtstag von Siegfried Lenz. Unter dem Motto Hamburg liest Lenz gibt es stadtweit Hommagen an diesen großen Ehrenbürger. Wir im Süden zeigen dabei mal wieder, dass wir literarisch locker mit der City mithalten können.
Alos: Lasst den Fernseher aus, schnappt euch das Programmheft und werdet selbst zu Entdecker*innen. Es gibt nichts Schöneres, als in die Welten anderer einzutauchen, während draußen der Märzregen gegen die Scheiben peitscht. Ich werde auf jeden Fall bei der einen oder anderen Lesung in der ersten Reihe sitzen und lauschen, was die neue Generation der Schreiber*innen uns zu sagen hat.
Wir sehen uns zwischen den Zeilen!
Eure Clara
