Meine Lieben, schnallt euch an! Ich gebe zu, diese Woche herrscht in meinem Kalender und im Harburger Zentrum der absolute Ausnahmezustand. Die zweite Dezemberhälfte bricht an, der dritte Advent naht, und die gnadenlose Frage dröhnt in unseren Köpfen: „Habe ich schon alle Geschenke?“
Wenn ich durch die Gänge des Phoenix-Centers spaziere, sehe ich keine entspannten Weihnachtsshopper. Ich sehe Jägerinnen der verlorenen Geschenke! Es ist ein panischer Marathon, der in Harburg jedes Jahr aufs Neue startet. Die Leute irren mit leeren Blicken herum, halten verzweifelt an der nächsten Ramschkiste fest und fragen sich: Braucht Tante Erna noch eine Duftkerze?
Wir machen uns diesen Stress, weil uns die Werbung weismachen will, dass Liebe im Karton kommt und Glück teuer sein muss. Aber Hand aufs Herz, liebe Harburger: Wollen wir wirklich, dass unsere Geschenke nach den Feiertagen auf eBay landen oder im Schrank verstauben?
Ich sage: Nein! Es ist Zeit, dem Konsum-Wahnsinn mit Harburger Lässigkeit zu begegnen. Das beste Geschenk kommt nicht aus dem großen, anonymen Online-Lager, sondern aus der lokalen Seele unseres Bezirks!
Ich habe mich für euch umgesehen und festgestellt: Die wahren Schätze warten direkt um die Ecke: Statt Pralinen vom Discounter – wie wäre es mit einem Gutschein für den Wochenmarkt bei der Käsehändlerin, die du immer siehst, oder einem selbstgemachten Harburger Marmeladen-Set? Das ist ehrlich, lecker und unterstützt unsere Händler und Händlerinnen. Beschenkt euch mit Zeit! Verschenkt Tickets für ein Konzert im Stellwerk, einen Abend im Harburger Theater oder einen Gutschein für das Archäologische Museum in Harburg. Das schenkt eine gemeinsame Erinnerung, nicht nur einen Gegenstand. Oder das ultimative Harburger Geschenk gegen die Hektik der S-Bahn: Ein Gutschein für eine Stunde Aufmerksamkeit. Das heißt: Handy aus, Sorgen vergessen und einfach nur zusammen einen Kaffee in der Innenstadt trinken.
Erinnert euch an die Geschichte beim Bäcker, an die kleinen, unverhofften Akte der Güte. Das ist der Geist, der zählt.
Wir müssen uns nicht für das teuerste oder das größte Geschenk verschulden. Wir müssen uns nur daran erinnern, dass die Liebe zum Detail und die Persönlichkeit das sind, was wirklich zählt.
Also, liebe Harburger: Atmet tief durch! Zieht euch warm an und besucht die kleinen, feinen Läden in den Seitenstraßen. Findet etwas, das eine Geschichte erzählt. Und wenn alles schiefgeht, schenkt einfach einen selbstgeschriebenen Gutschein für einen Glühwein-Abend auf dem Markt – denn die Vorfreude ist oft das schönste Geschenk.
In diesem Sinne: Weniger Panik, mehr Herz! Und frohes, entspanntes Schenken!
