Meine Lieben, legt kurz die Nagelfeile beiseite! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand – und ich sage euch, die Lockenwickler standen heute unter akutem Hochstrom. Vergesst das Binnenhafenfest und das milde Badewetter, wir haben in Harburg diese Woche ganz andere, brandheiße Themen serviert bekommen!
Hier ist eure Clara Klatsch mit dem neuesten Tratsch frisch aus dem Salon: Meine Lieben, habt ihr das Drama am Dienstag mitbekommen? Da denkt man, die S-Bahn läuft nach der zweiwöchigen Totalsanierung endlich wieder rund, und schwupps – brennt am Bahnhof Harburg ein Holzübergang im Gleisbereich! Großer Feuerwehreinsatz, dichte Rauchschwaden und eine komplette Evakuierung mitten im morgendlichen Berufsverkehr.
Beim Spitzen-Schneiden meinte meine Friseurin ganz trocken: „Mensch Clara, das war bestimmt der offizielle Startschuss für die Hamburger Olympia-Bewerbung!“ Passen würde es ja. Die Disziplin „Hindernislauf mit Atemschutzmaske durch den Harburger Bahnhof“ sichert uns im Süden garantiert die Goldmedaille. Wer es täglich pünktlich über die Süderelbe schafft, hat das Marathontraining für die Spiele eh schon im Vorbeigehen absolviert.
Apropos Höchstleistungen: Die gibt es wieder in unserem Lieblingsobjekt, dem ehemaligen Karstadt-Haus. Eigentlich dachten wir ja, nach der illegalen Goldschmelze im Hinterzimmer könnte uns nichts mehr schocken. Aber der „Planet Harburg“ musste auch wegen dringender Arbeiten an der Elektrotechnik kurzzeitig komplett dichtgemacht werden!
Da saßen schlaue Köpfe zusammen, weil der Strom streikte. Beim Föhnen wurde vorhin schon gemunkelt, ob die Alchemisten von neulich vielleicht heimlich so viel Saft für ihre Schmelzöfen abgezapft haben, dass das Netz im grauen Riesen kollabiert ist. Während wir immer noch darauf warten, dass die Bücherhalle oder die Volkshochschule ihre Umzugskisten packen, zeigt uns das Gebäude auf ganz eigene Weise, dass dort immerhin noch ein bisschen Spannung auf der Leitung ist – wenn auch die falsche.
Aber es gibt auch gute Nachrichten, meine Lieben, bei denen mir fast der Kaffee umgekippt wäre. Der Harburger Turnerbund bekommt stolze 40.000 Euro aus dem Quartiersfonds für ein neues Pflegegerät für die Kunstrasenplätze auf der Jahnhöhe!
Ich frage mich ja: Wenn die Stadt so schnell Geld locker machen kann, um ein Hightech-Rasenpflegegerät für den Sportplatz anzuschaffen, warum schicken wir dieses Wunderteil nicht mal rüber zum Harburger Ring? Ein bisschen Pflege und einmal ordentlich drüberbürsten könnte dem staubigen Teppichboden im ersten Stock des Ex-Karstadts jedenfalls auch nicht schaden. Vielleicht dürfen die Kulturschaffenden ja mal eine Runde mit dem Gerät durch das ehemalige Bettenlager drehen.
Meine Lieben, ich rate euch fürs Wochenende: Haltet die Ohren steif und meidet die Gleise, falls es wieder qualmt. Ich bleibe erst mal im Salon – da brennt höchstens die Kopfhaut, wenn die Blondierung zu lange drauf ist, und der Tratsch ist garantiert absolut funkensicher!
Bussi, eure Clara!
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