Meine Lieben, schwitzt ihr auch so schön vor euch hin? Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand – und ich sage euch, die Trockenhaube blieb heute komplett aus, weil wir unter den Salon-Fenstern ohnehin schon kollektiv geschmolzen sind. Da kam beim exklusiven Kaltgetränk-Nippen natürlich sofort der passende Tratsch auf.
Was für eine Woche! Das Thermometer klettert in astronomische Höhen und ganz Harburg sucht verzweifelt nach Schatten. Es ist sogar so heiß, dass selbst unsere traditionsreiche Marktzeit kapituliert und wegen der extremen Temperaturen verkürzt werden muss. Wenn die Erdbeeren auf dem Sand schneller zu Marmelade werden, als die Händler*innen wiegen können, weißt du: Es ist Sommer im Süden!
Während die einen also schwitzen, dachten sich ein paar ganz findige Gestalten offenbar: „Nutzen wir doch die Gunst der lauen Nacht für einen kleinen Ausflug.“ Habt ihr das mitbekommen? Da gab es doch tatsächlich einen filmreifen, versuchten Einbruch im Marktkauf-Center!
Beim Spitzenschneiden hieß es vorhin nur kopfschüttelnd: „Mensch Clara, die wollten bestimmt gar nicht an den Tresor, die wollten einfach nur die Nacht vor der eiskalten Tiefkühltruhe im Supermarkt verbringen!“ Man kann es ihnen fast nicht verübeln. Während wir uns zu Hause schlaflos von links nach rechts wälzen, klingt so eine Nacht zwischen gut gekühltem Joghurt und Tiefkühl-Pizza doch gar nicht mal so unattraktiv. Schade nur, dass die Alarmanlage den kühlen Traum vom Einbruchsommer ganz schnell beendet hat.
Erinnert ihr euch noch an die Hochzeits-Flaute bei den Juni-Schnapszahlen, über die unser Bezirksamt Harburg federführend die Hamburger Statistiken herausgegeben hat? Ich sage euch, bei dieser Hitze wird mir einiges klar! Wer will sich denn bitteschön bei gefühlten 40 Grad im Schatten im feinen Zwirn das „Ja“-Wort geben? Da zerfließt das Make-up doch schneller als die bürokratischen Prozesse im Rathaus.
Vielleicht meldet das Standesamt demnächst den absoluten Nullpunkt bei den Eheschließungen, weil die Paare lieber gemeinsam im Freibad aneinanderkleben – beziehungsweise im Trockenschwimm-Modus vor dem noch immer unfertigen MidSommerland an der Außenmühle campieren.
Und wo wir gerade bei kühlen Räumen und verpassten Chancen sind: Warum nutzen wir die aktuelle Hitzewelle nicht für unseren geliebten „Planet Harburg“ am Ring? Im ehemaligen Karstadt-Gebäude zieht es doch durch die leeren Etagen wie Hechtsuppe. Wenn die Stadt schon Jahre braucht, um die Volkshochschule oder die Bücherhalle dort unterzubringen, könnten wir die 26.000 Quadratmeter jetzt als riesiges, öffentliches Abkühlzentrum deklarieren!
Meine Lieben, ich rate euch fürs Wochenende: Macht es wie die Marktleute, verkürzt eure Aktivitäten auf das Nötigste und lasst die Einbruchsversuche lieber bleiben – die Polizei schwitzt verständlicherweise ungern beim Hinterherlaufen. Schnappt euch ein großes Eis, sucht euch ein schattiges Plätzchen und bleibt cool.
Ich bleibe jedenfalls erst mal im Salon – da läuft die Klimaanlage zwar auf Sparflamme, aber der eisgekühlte Sekt ist absolut verlässlich!
Bussi, eure Clara!
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