Corona Portraits IV

Vergessen tut man es nie!

Sabrina - Corona - das Blutrünstige Monster

Die Corona Pandemie hat unsere Urängste erweckt. Alte traumatische Erlebnisse spülen an die Oberfläche, individuelle Geschehnisse ebenso wie kollektive Traumata.

von Ulrike Hinrichs

In der Gruppe „Corona Portraits“ haben Menschen aus Süderlebe die Pandemie mit Pinsel und Farbe aufgegriffen. Auch schreibend haben sich die Teilnehmerinnen dem Thema gewidmet. Die Gruppe präsentiert einige ihrer Werke in Tiefgang.

Karin berichtete, dass die Ausgangsbeschränkungen während der Corona Pandemie traumatische Erinnerungen aus ihrer Kindheit erweckten. ANGST kroch in ihr hoch.

Als Siebenjährige war sie zur Verschickung in einer Lungenfachklinik in Ahrensburg gewesen. Es waren die 1950er Jahre, die menschenverachtende Nazi-Diktatur und ihre Erziehungsmethoden noch allgegenwärtig. Regelverstöße wurden von Schwester Ingeborg kollektiv sanktioniert. Fünf Kinder waren diesmal an der Reihe. Karin war mit sieben Jahren die Älteste.

„Wir wurden gemeinsam in einen Raum gesperrt. Die vergitterten Fenster waren geschlossen. Auch die Tür wurde verschlossen. Während langsam Desinfektionsdämpfe in den Raum geleitet wurden, schnappte ich nach Luft.  Atemnot. Ich hatte Angst zu ersticken. Panik brach aus, wir konnten nicht raus. Vor allem die Kleinen schrien.“  

 

Vergessen tut man es nie!
„Virus Ausgangssperre “
hörte ich,
Gitterstäbe am Fenster
Qualm aus dem Desinfektionsgerät,
kleinere Kinder schreien.

Angst kroch in mir hoch.
„Vorsicht“
ich war damals ein Kind.

Karin

 

Weitere Portraits:

 „Es brennt“

„Dieses Nichtdürfen, das ist so schlimm“

Der Fremde

Projektleitung Ulrike Hinrichs – Das Projekt wird gefördert durch das Bezirksamt Harburg.

 

Related Post

Druckansicht    

Facebook Kommentare