Serie: Denkmäler in Gefahr:

Die Köhlbrandbrücke

Foto: Denkmalschutzamt

Hamburg ist eine Baustelle. Altes verschwindet, Neues entsteht. Je nach Zeitgeist. Manchmal sollte man aber erst innehalten, bevor es platt gemacht wird. Unsere Serie zu Denkmälern. Heute geht´s in den Hafen.

Stand Jan. 2018. Die Begeisterung war groß, als die Köhlbrandbrücke fertiggestellt war: Über 600.000 Hamburger nutzten die Gelegenheit, die Brücke zu Fuß zu erkunden, bevor im September 1974 das erste Auto hinüberfuhr. Inzwischen verbindet die Köhlbrandbrücke schon seit über 40 Jahren die Elbinsel Wilhelmsburg mit der A7 und überspannt den 325 m breiten Köhlbrand, einen Arm der Süderelbe. Die Schrägseilbrücke wurde von dem Bauingenieur Paul Boué und dem Architekten Egon Jux entworfen und steht heute aufgrund ihrer technikgeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz.

Leider wird dieser Schutzstatus sie nach aktuellem Stand nicht vor einem Abriss schützen, weil die Hafenbehörde Sorge hat, dass die Hamburger Hafenentwicklung sonst den Anschluss verpassen könnte. Es ist wieder einmal bemerkenswert, mit welcher Leichtfertigkeit für das Stadtbild bedeutsame und hochrangige Denkmäler in Hamburg aufgegeben werden, um wirtschaftlichen Interessen zu gehorchen. Zu hoffen bleibt dennoch, dass die hafentechnischen Entwicklungen in den kommenden Jahren neue Möglichkeiten eröffnen, dieses wichtige Brückendenkmal doch noch für nachfolgende Generationen zu bewahren.

 Die Serie erfolgt mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung des Denkmalvereins.

Quelle: www.denkmalverein.de

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