Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Ein Plädoyer für 3FALT

Das Projekt ´Artothek` im Rahmen des 3falt-Kulturtages Mitte Juni 2018. (Foto: Jürgen Drygas)

Wieso befürworte ich dieses Projekt?

Die Zeiten haben sich gewandelt. Ich bin davon überzeugt, dass es vielversprechend ist, wenn interaktive Konzepte gefördert werden.

Die Forderung nach mehr Transparenz und Mitbestimmung betrifft nicht nur Politik, sondern die Gesellschaft insgesamt und jeden Einzelnen. Eigenverantwortung und –initiative ist gefragt. Dazu gehört dann allerdings auch die Möglichkeit, sich selbstwirksam zu erleben. Denn was sollte mich motivieren, mich zu engagieren, wenn es keine erkennbaren Ergebnisse gibt?

Einflussnahme und Interaktion sind die Zauberworte der Zukunft. Selbstermächtigung.

Das nur vorweg als Einstimmung. Aber ich meine es durchaus konkret und habe handfeste Beweise dafür, dass es fortschrittlich ist, gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten.

Die Hamburger Volkshochschule feiert nächstes Jahr 100jähriges Bestehen. Zuvor war Bildung und Wissen das Privileg der Oberschicht. Von dem breiten Angebot kann inzwischen jeder Mensch herkunftsunabhängig profitieren. Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Nachfrage und Angebot.

Mit Kunst und Kultur mag es sich ähnlich verhalten. Ehrfürchtig gehen Bürger ins Museum, bestaunen vielleicht alte Meister oder versuchen sich im Verständnis moderner Kunst. Manchen mag der Zugang fehlen, sind es doch Werke, die weit vom eigenen Erleben weg sind. Daneben gibt es gewiss auch mehr oder weniger talentierte Freizeitmaler, die brav versuchen, auch etwas Hübsches zu erschaffen.

Aber Kunst kann und will mehr: Kunst will vor allem kreativ und innovativ sein, etwas Neues erschaffen, sich ausprobieren, sich authentisch von Innen nach Außen ausdrücken. Das freie Gestalten ist der Schlüssel zu einem Erlebnis, das die Menschen zur Entfaltung befähigt.

Kultur ist bedingt durch Zeitgeist. Und unsere wird interaktiver. Selbst in der Wirtschaft wird Werbung gemacht für agile Führung, d. h. Vorgesetzte setzen den nötigen Rahmen, die Mitarbeiter finden sich themenbezogen zusammen und organisieren sich selbst und ergebnisorientiert.

Projekte wie das Kulturwohnzimmer und 3falt passen in die Zeit, weil sie Orte der Begegnung und der Machbarkeit sein wollen. Ein offener Ort, der zum Mitgestalten einlädt. Wenn man Menschen ermöglicht, sich einzubringen und sie diese Gelegenheit wahrnehmen, kommt es zu wunderbaren Wechselwirkungen. Es ist ein dynamischer Prozess, der absolut fördungswürdig ist.

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