Bezirk Harburg beauftragte Hamburger Wandbildmaler mit Kleinformaten:

Kai Teschner setzt Harburg unter Strom

Harburger Rathaus vor Harburger Rathaus - Kai Teschner jetzt auch in Harburg. (Foto: HL)

Harburg hat in letzter Zeit einiges an Kunst gewonnen. Jetzt sogar einen Kai Teschner. Kai wer?

Kai Teschner. Er erhielt vom Bezirk, Harburg den Auftrag, einige schmucklose Stromkästen am Rathausplatz in neuem, Glanz erstrahlen zu lassen. Teschner: „Die Zuständigen vom Bezirksamt hatten Vorstellungen zu der Gestaltung der Kästen und ich hatte ein paar Ideen. Wir haben uns getroffen und ich habe die Vorschläge zu Entwürfen weiterentwickelt.“

Kai Teschner ist so unbekannt nicht, denn vielen sind seine riesigen Wandbilder in Erinnerung. Zum Beispiel in der Hafenstraße. Das waren auch seine ersten öffentlichen Wandbilder. Noch zur Zeit der  besetzten Häuser. Es folgten viele Projekte und Aktionen im öffentlichen Raum wie z.B. „Bitte berühren“ mit Jan Braren, Projekt Stadt als Bühne (2006).

Kai Teschner (Foto: Annette Prüfer)

 

1963 in München geboren, studierte Teschner Freie Kunst in Montpellier, Düsseldorf und Hamburg. Und schloss übrigens mit Erfolg ab … Seit seiner Kindheit beschäftigt er sich mit Malerei, Tanz und Akrobatik. Während seines Studiums arbeitete er im Bereich Bühnenbild an den Münchner Kammerspielen, im Bereich Bühnenmalerei und Theaterplastik am Schauspielhaus, an der Staatsoper und am Ohnsorg Theater Hamburg.

„Anbetung und Prostitution“ (Jahr 2000)

Ein Höhepunkt war das interkulturelle Wandbildprojekt mit Windhoek/Namibia im Rahmen der weltweiten Wandmalkampagne MURAL GLOBAL (www.mural-global.org). Gemeinsam mit dem 2002 gestorbenen afrikanischen Künstler Samuel Mbingilo malte er neben der Davidwache in St.Pauli das Bild: „Anbetung und Prostitution“ (2000) sowie in Windhoek das Wandbild: „Black Amanda – the other story of Sisyphos“ (2001).

„Black Amanda – the other story of Sisyphos“ (Jahr 2001)

Seine Wandbilder entstehen an konfliktträchtigen Orten, die von den Problemen der dort lebenden Menschen geprägt sind. Er beteiligt die Betroffenen und fördert den interkulturellen Dialog an sozialen Brennpunkten. So entstand z.B. zusammen mit der deutsch-iranischen Künstlerin Nushin Morid das 320m² große Wandbild „Wir alle – eine Welt?“ an den Hochhäusern der Lenzsiedlung im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Die Siedlung bekam für ihr Engagement den Preis „Soziale Stadt 2004“(www.land-der-ideen.de).
Teschner: „Bei meinen Wandbildern gehe ich auf den Ort und die Menschen ein, die sich dort aufhalten.“

Als Akrobat wirkt er bei der Hamburger Staatsoper („Rheingold“, „Fledermaus“, „Die Liebe zu den drei Orangen“ …), dem Thalia Theater, dem Schmidt Theater, bei freien Produktionen sowie in Varietés und bei Veranstaltungen mit.(www.schoenstark.de)

Als Choreograph für Bewegung und Akrobatik war er z.B. bei der Produktion „Tintenblut“ (2006) am Schauspiel Hannover tätig. Kai Teschner unterrichtet an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, an der Schauspielschule Hamburg sowie bei Kindercircusschulen und Vereinen.

Weiterführender Link: kaiteschner-wandbilder.de

 

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