Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Selbstermächtigung

Foto: Manuel Manteiga / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich denke über Gleichstellung nach.

Was wie ein Witz anfängt, ist nur harmloser Einstieg, wird allerdings mit provokanten Gedanken seinen Lauf nehmen und in einer innovativen Idee münden.

Was haben Behinderten- und Frauenparkplätze gemeinsam? Den Zusatz Parkplätze.

Es gibt sie aus sehr unterschiedlichen Gründen. Die der Frauen sind nicht extrabreit, weil sie bekanntlich schlecht einparken können, oder liegen in der Nähe der Ausgänge, weil sie sonst orientierungslos umherirren würden.

Die ausgewiesenen Parkplätze sind ihrer Sicherheit geschuldet, weil es leider immer wieder Männer gibt, die Situationen schamlos ausnützen, um zu bekommen, was sie wollen. Gelegenheit macht nicht nur Diebe. Das mag auch erklären, warum es in Kriegsgebieten meistens massenhaft zu Vergewaltigungen kommt. Dann herrschen von je her unzivilisierte Zeiten, in denen andere Gesetze gelten. Ungeschriebene, barbarische und vielbeweinte.

Doch auch in Friedenszeiten findet unterschwellig ein Kampf der Geschlechter oder zumindest ein Wettstreit statt. Wenn es um Sprachgebrauch geht, kann er entlarvend sein.

Was ist der Unterschied zwischen Fußball und Frauenfußball?

Der erstgenannte braucht keiner weiteren Erklärung. Er ist der echte, ursprüngliche und natürlich männliche. Er war schließlich zuerst da, wie Adam. Manchem Sportsfreund mag es gar nicht recht sein, dass die Frauen auch auf diesem Spielfeld noch mitmischen wollen, wo doch der Mann seine Domäne hat, wie in Politik und Wirtschaft, Forschung & Technik. Alles traditionell von ihnen beherrscht, daraus ergibt sich ein Führungsanspruch. Und auch die Gehälter zählen mehr, weil er der Hauptverdiener ist und bleiben will.

Wenn Frauen unbedingt ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, gibt man ihnen eine Quote. Aber damit nicht genug. Sie beklagen sich immer noch über schlechtere Chancen und Ungleichbehandlung. So sind sie eben, die Frauen: Immer haben sie etwas zu nörgeln.

Wahrscheinlich geben sie erst Ruhe, wenn alle Ämter und Aufgaben gerecht verteilt sind und weibliche Formen angenommen haben.

Ich gebe zu, dass ich mit dem sprachlich sperrigen Gendern selbst meine Probleme habe und die Zeichen der Zeit */_ der Sache nicht immer dienlich sind, weil es gilt, die Form zu wahren.

Deshalb denke ich, es könnte ein durchaus interessantes sprachliches Experiment werden, wenn Autorinnen nur noch Sprecherinnen zitierten oder über Nobelpreisträgerinnen berichtet würde – und die männlichen Mitstreiter selbstverständlich immer mitgemeint wären.

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