Der Mauricio Kagel Kompositionswettbewerb ausgeschrieben:

Komponiere für Kinder!

Foto: mdw mollom

Kompositionen gibt es viele und auch für Kinder. Aber wie steht es um den Anspruch? Ein Wettbewerb will´s wissen …

In der Mitteilung der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien heißt es:

„Angesichts der Überfülle an Klavierliteratur scheint es vermessen einen Wettbewerb zu veranstalten, der das Komponieren neuer Stücke fördern soll. Alles scheint es schon zu geben, auch an Stücken für Kinder und Jugendliche. Doch allzu oft erweist sich die „pädagogische Literatur“  der Gegenwart allzu arm an künstlerischen Ansprüchen; allzu oft scheint sich die Reduzierung des technischen Schwierigkeitsgrades mit einer eingeschränkten Vorstellung davon zu verbinden, was Kinder und Jugendliche geistig und emotionell zu verstehen vermögen.

Gesucht werden Stücke für Klavier, die sich an Kinder und Jugendliche wenden und sich daher einer Beschränkung des technischen Schwierigkeitsgrades unterwerfen, die aber andererseits in künstlerischen Ansprüchen keine Kompromisse eingehen und in einer zeitgemäßen Tonsprache den Lernenden Anregungen, Erkenntnisse, neue Erfahrungen anbieten: Erfahrungen über sich selbst und die Welt, in der sie leben.

Das Ludwig van Beethoven Institut für Klavier und Cembalo in der Musikpädagogik möchte mit diesem Kompositionswettbewerb eine Möglichkeit schaffen, dass solche Stücke in Zukunft häufiger zu finden sind, und Komponistinnen und Komponisten dazu einladen, sich der Herausforderung zu stellen und sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

Eine Woche lang wird dann das Publikum – Studierende, Lehrende, ausübende Musiker und Musikinteressierte – Gelegenheit haben zu verfolgen, wie die Juroren in öffentlichen Diskussionen der Frage nachgehen, wieweit die Aufgabe gelöst wurde. Sie sollen die künstlerische Qualität der Stücke einschätzen, aber auch die Frage: was lernt der Lernende an diesen Stücken? Sie werden darüber diskutieren, was an einem Stück spannend, was zukunftsorientiert maßgebend sein mag. Sie werden aber auch im Blickfeld behalten, wo die Grenzen der technischen Möglichkeiten von Jugendlichen/Kindern liegen.

Die Entscheidungsfindung zur Vergabe der Preise erfolgt im Mauricio Kagel Wettbewerb also auf besondere Art – nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in offenen und öffentlichen Gesprächen. Prämiert werden Klavierstücke, die von Kindern/Jugendlichen gespielt werden können – Stücke, die aber keine künstlerischen Kompromisse eingehen um pädagogisch wirken zu können, sondern durch kompositorische Qualität überzeugen.

Voraussetzungen zur Teilnahme:

  1. a) Der Wettbewerb steht allen Komponist_innen offen, die nach dem 15.08.1978 geboren sind.
    Preisträger der Mauricio Kagel Kompositionswettbewerbe 2010, 2013 und 2016 sind von einer weiteren Teilnahme ausgeschlossen.
  2. b) Das eingereichte Werk soll für den Wettbewerb geschaffen worden sein.
    Es darf jedenfalls nicht älter als drei Jahre und noch nicht auf eine dem Urheber vorbehaltene Weise verwertet (d. h. insbesondere vervielfältigt, verbreitet, öffentlich aufgeführt, gesendet oder im Internet öffentlich zur Verfügung gestellt) worden sein.
  3. c) Es darf nur ein Werk eingereicht werden, und zwar in seinem gesamten Umfang und nicht nur in Teilen.

Angaben zur Komposition:

  • Besetzung: ein Klavier (solo oder für mehrere Spieler_innen) mit all seinen Möglichkeiten
  • Die Stücke sollen von Kindern / Jugendlichen gespielt werden können und im Klavierunterricht auch praktisch realisierbar sein. Der pianistische Schwierigkeitsgrad der eingereichten Kompositionen und die damit verbundenen aufführungspraktischen Anforderungen sollten also unbedingt in einem entsprechenden Rahmen bleiben.
  • Es wird eine klare Verständlichkeit des Notentextes erwartet. Verbale Anweisungen und Erklärungen müssen in deutscher oder englischer Sprache vorliegen.
  • Es können Stücke oder eine Gruppe von Stücken mit einer Dauer nicht unter 6 Minuten und nicht über 15 Minuten eingereicht werden.

Einreichung:

  1. a) Die Wettbewerbsteilnehmer_innen senden einen Umschlag mit frei gewähltem fünfstelligen Code aber ohne Namensnennung ein, in dem sich folgende Unterlagen befinden:
  2. sechs Exemplare des Werks (ebenfalls ohne Namen oder Unterschrift), jedes mit dem gleichen fünfstelligen Code versehen
  3. ein verschlossener Umschlag mit dem gleichen Code, der die Angaben zur Person, einen kurzen Lebenslauf sowie zwei aktuelle Fotos enthält
  4. b) Die Einsendung der Stücke muss bis spätestens 15. August 2018 (es gilt das Datum des Poststempels) an nachstehende Adresse erfolgen:

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Ludwig van Beethoven Institut für Klavier und Cembalo in der Musikpädagogik, Rennweg 8, 1030 Wien, Österreich“

Quelle: mauricio-kagel-kompositionswettbewerb.com

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