Neonstele von Valerij Bugrov wurde abgebaut:

In Harburg sagt man „tschüss“

Valerij Bugrovs Kunstwerk Neonstele hat seinen Dienst quittiert. (Foto: Radio HH)

Kunst muss man sich leisten können und Harburg hat ja kein Geld. Die alte Leier wird immer wieder bespielt. Nun fiel ihr wieder ein Kunstwerk zum Opfer.

Ist das Kunst oder kann das weg? Der Slogan gilt in Harburg nach wie vor. Trocken vermeldet das Bezirksamt am 28. Juni 2017: „Kunstwerk Neonstele wird abgebaut“ und erläutert dazu: „Alle Bemühungen, einen Sponsor für die Restaurierung des Kunstwerks zu finden, sind gescheitert. Das Bezirksamt Harburg verfügt nicht über die finanziellen Mittel, um die notwendigen Reparaturen auszuführen zu lassen. Der Künstler Valery Bugrov hat sich damit einverstanden erklärt, dass die Stele und der Spiegel abgebaut und entsorgt werden. Der Abbau erfolgt von Mittwoch, 28. Juni 2017, bis Donnerstag, 29. Juni 2017, durch eine Fachfirma.“ Bemerkenswert hierzu ist, dass der Kulturausschuss des Bezirks gar nicht erst in Kenntnis gesetzt war.

Das Werk von Bugrov entstand als „Kunst am Bau“ 1990 und ist eine „Auseinandersetzung mit der Wirkung von Licht in urbaner Umgebung. Akzentuierung der architektonischen Situation mit Lichteffekten. Bugrov hat hier erstmals einen Spiegel eingebunden, der das Licht durch rote Stele reflektiert.“ (netplanet-harburg)

Eine echte Attraktion: Bugrovs „Himmel und Erde“ in der Heide. (Foto: KV Springhornhof)

In der reichen Heide südlich von Harburg gibt es auch ein Kunstwerk von Bugrov namens „Himmel und Erde“. Es wurde 1991 installiert, aber nach nur einem Jahr von Unbekannten zerstört. Eine begehbare Plattform, die zwischen Sonnenstrahlen, Wolken und nachts auch Sternen eine kosmische Verbindung schafft. Immerhin nach ein paar Jahren sammelte der privat finanzierte Kunstverein Springhornhof genug Geld zusammen  und konnte das Objekt als „Himmel und Erde II“ neu platzieren. Seither gehört es zu einer der Kunstattraktionen der Lüneburger Heide. (siehe auch ´Der Spiegel` v. 25. Sept. 2000)

Vermutlich wurde seitens des Bezirks Harburg auch versäumt, hier eventuell mal nachzufragen, ob die Harburger Stele nicht dort weiter Verwendung haben könnte.

weiterführender Link: springhornhof.de

(30. Jun. 2017, hl)

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