Auch der Hamburger Süden lädt bei der 18. Langen Nacht der Museen zu vielen Themen und Orten

Kunst, Kuchen und Astrid Klein

Kräne und Pötte gucken ist eine der möglichen Beschäftigungen bei der heutigen "Langen Nacht der Museen" (Foto: Mario Sturm/MdH)

Am heutigen Samstag können sich neugierige Nachtschwärmer bei der 18. Langen Nacht der Museen wieder auf Entdeckertour durch Hamburgs Häuser begeben. Und allein der Süden hat es in sich …

Am heutigen Samstag, 21. April 2018, ab 18h und unter dem Motto FORSCH DICH DURCH DIE NACHT! öffnen Hamburgweit 59 teilnehmenden Museen von 18 bis 2 Uhr ihre Türen. Aus 870 Mitmachaktionen, Kuratoren-Führungen, Vorträgen, Konzerten, Filmen und Theaterdarbietungen kann man sich seine eigene Forschungsreise zusammenstellen.

Im Altonaer Museum begeben sich Besucher auf die Spur von Giftmischerinnen oder lauschen dem Sprecher der Drei-Fragezeichen, Jens Wawrczeck. Das Hafenmuseum erreichen Forscher mit Fernweh via Elbbarkasse und erleben dort eine riesige „Reeperbahn“, an der für die Peking getakelt wird. Ob uns durch Meteoriten Gefahr aus dem All droht, klärt man im Mineralogischen Museum. Das Museum für Völkerkunde spiegelt selbstkritisch und unterhaltsam die Forschungspraxis in Westafrika-Expeditionen von 1955. Das FC St. Pauli Museum ist 2018 zum ersten Mal dabei: Zum 18. Geburtstag der Langen Nacht der Museen liest Ex-Stadionsprecher Rainer Wulff eigene Satiren über Perlen des Alltags. Ein besonderes Angebot für Familien ist die „Lange Nacht für Kurze“ im KL!CK Kindermuseum: Hier übernachten Kinder – nach Anmeldung unter 040/41 09 97 77 – in Themen-Zelten ohne Eltern.

11 Shuttlebuslinien fahren zur Museumsnacht alle 59 teilnehmenden Museen in ganz Hamburg an. Auch Alsterdampfer, Elbbarkassen, die Historische S-Bahn und StadtRAD-Leihräder können kostenfrei genutzt werden. Erstmalig gelten die Lange-Nacht-Tickets die ganze Nacht für alle HVV-Linien, von U- und S-Bahn über alle Busse bis zu den HADAG-Fähren. Tickets kosten EUR 17,-/12,-.

Vera Neukirchen, Leiterin Museumsdienst Hamburg: „Das Forschen ist eine der Kernaufgaben von Museen und bleibt den Besuchern normalerweise verborgen. Was die Museumsmitarbeiter im restlichen Jahr erforschen, ist in dieser Nacht sicht-, hör- und fühlbar und strahlt weit über Hamburg hinaus – für Norddeutsche ebenso wie internationale Gäste dank unseres breiten mehrsprachigen Angebots.“

Jennifer Wieckhorst, British American Tobacco in Deutschland: „Mit der Unterstützung der Langen Nacht der Museen möchten wir bleibende Akzente im kulturellen Angebot der Hansestadt setzen. 2018 nehmen wir unsere 13-jährige Partnerschaft mit der Museumsnacht zudem zum Anlass, um 130 Eintrittskarten in einer Verlosungsaktion der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“

British American Tobacco Germany ist der Hauptsponsor der 18. Langen Nacht der Museen – und das bereits zum 13. Mal.

Speziell für den Süden der Stadt werden zwei Buslinien als Shuttles eingesetzt: die Linien 306 und 307. Die Linie 306 führt von den Deichtorhallen über die Gedenkstätte Bullenhuser Damm zum Deutschen Zusatzstoffmuseum, dann zur Ballinstadt, den Energieberg Georgswerder, zum Wälderhaus in Wilhelmsburg und letztlich zum Museum Elbinsel Wilhelmsburg.

In der Gedenkstätte Bullenhuser Damm erfährt man einiges über die bekannt gewordenen „Kinder vom Bullenhuser Damm“ aber auch die aktuelle Arbeit gegen Rechtsextremismus.

Im Deutschen Zusatzstoffemuseum geht es um Lebensmittel und auch die Frage ob Labor und Essen zwei verschiedenen Welten sind.

In der Ballinstadt kann man auf einem Rundgang einen Überblick über das Museumsgelände und seine Historie bekommen, aber auch viel über die Person Albert Ballin erfahren.

Auf dem Energieberg Georgswerder kann man sowohl über die leidvolle Dioxin-Geschichte des Bergs als Müllhalde erfahren aber auch über derzeitige Ansätze der Müllwirtschaft und den Anforderungen an den Klimaschutz erfahren.

Im Wälderhaus bekommt man Eindrücke von Wald und Vögeln. Aber auch naturverbundene Märchen wie auch ein Poetry-Slam sind zu erleben.

Energieberg Georgswerder bei Nacht

Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg hat besondere Vielfalt im Angebot. Ob es um die Traditionsküche rund um den Kohl geht, die plattdeutsche Sprache, das Museum selbst oder 500 Jahre Reformation und was dies mit Wilhelmsburg zu tun hat – das Café Eléonore lädt auch zu einer schönen Kaffeepause samt Kuchen ein.

Die Linie 307 kommt von den Deichtorhallen zum Nachhaltigkeitspavillon in der Hafencity, dem Internationalen Maritimen Museum und dem Info-Pavillon am Denkmal Hannoverscher Bahnhof. Dann geht es zum Hafenmuseum Hamburg und dort auch dem Stückgutfrachter MS Bleichen. Dann geht es nach Harburg zum Kunstverein Harburger Bahnhof, dann der Sammlung Falckenberg in den Phoenix-Fabrikhallen, von dort weiter zum Archäologischen Museum Harburg  und letztlich in den Harburger Hafen zum „electrum“.

Im Info-Pavillon am Denkmal Hannoverscher Bahnhof in der Hafencity geht es sowohl um die Geschichte des Ortes während des Nationalsozialismus als auch Deportationslisten von dort. Aber auch aktuelle Fragen zur Gedenkarbeit werden thematisiert.

Im Hafenmuseum geht es natürlich viel um die traditionellen Arbeiten im Hafen aber es gibt auch Tauchgänge mit dem Kupferhelm und andere spannende Ideen.

Auf der benachbarten MS Bleichen ist nicht nur das Schiff und seien Geschichte erfahrbar sondern es wird vor allem Musikalisch: konzertante Gitarrenmusik wird zu hören sein.

Im Kunstverein Harburger Bahnhof ist die aktuelle Ausstellung „Stockholm Syndrom“ zu erkunden und Fachkundige laden auch zum Drink und Diskurs.

„electrum“ – Museum der Elektrizität in Harburg

In der Sammlung Falckenberg kann man die derzeitige Ausstellung von Künstlerin Astrid Klein sehen aber sich auch erklären lassen. Aber auch Historisches zu den Phoenixhallen als einstige Werkbank Harburgs kommt zur Geltung.

Das Archäologische Museum in Harburg wartet gerade mit der frisch eröffneten Sonderausstellung zu 2 Millionen Jahren Migration auf, birgt aber Wissenswertes zur norddeutsche Ur-Geschichte und bietet Anschauliches zu Perlenketten sächsischer Frauen von anno dazumal.

Das „electrum“ wiederum ist ein spannender Ort für Elektro-Techno-Freaks: das Museum zur Elektrizität bietet Rückblicke in Drehscheibentelefone, analoge Grammophone – und das zuweilen auf Platt.

Fazit: ein mehr als reichhaltiges Angebot, das einem die Nacht versüßt – egal wonach einem gerade ist.

Auf der Website ist es auch möglich, sich durch die Fülle der Museen durchzuklicken und interessante Themen jeweils in den „Tageskalender“ zu übertragen. So entsteht nach und nach ein ganz persönliches „Fahrtenbuch“ zur Nacht. Ob man es zeitlich und konditionell schafft, kann leider nicht digital angezeigt werden. Aber ein Versuch ist es sicher wert.

Mehr Informationen: www.langenachtdermuseen-hamburg.de

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