Deichtorhallen Hamburg werden zum Treff internationalen Austausches

Das Museums-Labor

Werkstatt Deichtorhallen Hamburg. (Foto: Henning Rogge/Deichtorhallen Hamburg)

Im Mai 2021 nehmen die Deichtorhallen Hamburg am internationalen Austausch- und Lernprogramm »TheMuseumsLab« teil. Damit wird ein weiterer wichtiger Grundstein für die globale Öffnung der Ausstellungsinstitution gelegt.

 

Ziel des Programms »TheMuseumsLab« ist der Aufbau einer praxisbezogenen Community und einer Plattform für gemeinsames Lernen im Austausch zwischen afrikanischen und deutschen Kunst- und Kulturinstitutionen. International vernetze Expert*innen aus Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsbetrieben vermitteln dabei ihr Fachwissen in einem offenen transkulturellen Diskurs. Rund 25 Teilnehmende aus mehr als zehn afrikanischen Ländern und 20 Teilnehmende aus zehn deutschen Museen partizipieren am Programm. Neben den Deichtorhallen Hamburg zählen auch das Museum am Rothenbaum – Künste und Kulturen der Welt (MARKK) Hamburg, das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe und das Städel Museum Frankfurt zu den deutschen Museen, die sich beteiligen.

„Die Deichtorhallen freuen sich als Ausstellungshaus an diesem innovativen Austauschformat teilnehmen zu können und in einen lebendigen interkulturellen Dialog zwischen den afrikanischen und deutschen Kolleg*innen einzutreten. Wir hoffen, dass die Kontakte zu einem noch besseren Verständnis der jungen Kunstszene Afrikas beitragen und in unser multiperspektivisches Ausstellungsprogramm der nächsten Jahre einfließen können“, sagt Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg.

Nach einer Online-Seminarphase im Sommer mit allen Teilnehmenden findet im Herbst 2021 die Präsenzphase der afrikanischen Stipendiat*innen in den jeweiligen deutschen Häusern statt. Im Oktober wird Janine Gaëlle Dieudji, Ausstellungsleiterin des Museum of Contemporary Art Africa Al Maaden (MACAAL) in Marrakesch, in den Deichtorhallen hospitieren und dabei abteilungsübergreifend im gesamten Ausstellungsbetrieb mitwirken:

„Ich glaube an die Kraft von Kunst und Kultur für den sozialen Wandel. Es ist auch unsere Pflicht als Künstler*innen, Kurator*innen und Kulturschaffende, uns für inklusivere Räume und Plattformen einzusetzen, die ein Gefühl der Zugehörigkeit in der Gemeinschaft begrüßen und fördern. Ich fühle mich sehr geehrt, an diesem innovativen Programm teilzunehmen, das dazu beiträgt, den internationalen Dialog über Kunst und Kultur hin zu verbesserten interkulturellen Interaktionen zu gestalten.“

Diese gezielte Vernetzung der Museums- und Ausstellungsbetriebe mit den Austauschinstitutionen soll Kompetenzen bündeln und über kontinentale Grenzen hinweg in einem gemeinsamen Wissenspool zugänglich und erfahrbar machen. Der Ausbau von Kooperationen mit internationalen Museen und Kulturinstitutionen steht dabei im Mittelpunkt.

Dafür steht unter anderem die weitreichende Kooperation mit dem Zeitz Museum of Contemporary African Art (Zeitz MOCAA) zur William Kentridge-Ausstellung »Why Should I Hesitate: Putting Drawings To Work«, zu der ein groß angelegtes digitales Symposium die Bedeutung des Politischen, die Überwindung kolonialer Kontinuitäten und die Wechselbeziehung von Musik und Kunst im Werk von William Kentridge thematisiert.

Zur 8. Triennale der Photographie Hamburg 2022 wurde ein internationales Kurator*innenteam unter der Leitung von Koyo Kouoh zusammengestellt, um das gesamtstädtische Ausstellungsprojekt »Currency« zu kuratieren.

Des Weiteren planen die Deichtorhallen in Kooperation mit der Sharjah Art Foundation und dem Sammlungsdirektor und Kurator Omar Kholeif eine Präsentation der bedeutenden Sammlung mit Werken aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie dem südasiatischen Raum.

In Anknüpfung an die im Jahr 2014/15 in den Deichtorhallen gezeigte Ausstellung »Secret Signs« zur Sammlung Uli Sigg sind in Kooperation mit dem Museum M+ Hongkong weitere Ausstellungen mit asiatischer Kunst in Planung.

In diesem Kontext nehmen die Deichtorhallen aktuell am vom Goethe-Institut initiierten Projekt »Deutsch-chinesische Museumsgespräche« zum Ausbau der internationalen Zusammenarbeit und gemeinsamen Ausstellungsplanung zwischen chinesischen und deutschen Kunstmuseen teil.

Über »TheMusemsLab«

»TheMusemsLab« wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Museum für Naturkunde Berlin (Leibniz-Institut) und dem Masterstudiengang Museumsmanagement und -kommunikation der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) in enger Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Berater*innennetzwerk »The Advisors« initiiert. TheMuseumsLab wird vom Auswärtigen Amt (AA) in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert.

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag, 11–18 Uhr; jeden 1. Donnerstag im Monat bis 21 Uhr (außer an Feiertagen), Pfingsttage: von 11–18 Uhr geöffnet

Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg, Tel. 040-321030

besucherbuero@deichtorhallen.de, www.deichtorhallen.de

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