Interview mit Autorin Peggy Wolf anlässlich der Suedlese 2021

Schreiben kann ein Lebensinhalt sein

Lesung mit Peggy Wolf, rechts (Foto: Dennis Albrecht)

Die Autorin Peggy Wolf lebt und arbeitet sowohl in Hamburg als auch in Moisburg im Landkreis Harburg. Am So., 6. Juni, 17 Uhr liest sie im Rahmen der 6. SuedLese-Literaturtage. Grund genug, mal nachzufragen …

Tiefgang (TG): Frau Wolf, anlässlich der Suedlese stellen Sie Ihren Roman „Weißes Land“ vor. Im Internet ist über Sie zu lesen, dass Sie als Reporterin für verschiedene Zeitungen tätig waren. Außerdem arbeiten Sie als Ghostwriterin für Verlage, Firmen und Verantwortliche in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Was hat Sie dazu veranlasst auch als Romanautorin tätig zu werden?

Peggy Wolf: Schreiben ist der Hauptinhalt meines Lebens. Ich musste mich durch verschiedene Stufen durcharbeiten, um zu lernen, wie ich ein gutes Buch schreiben kann. Und bin noch immer dabei.

TG: Woher nehmen Sie die Inspirationen zu Ihren Büchern, z. B. für „Weißes Land“?

Peggy Wolf: Ich bin im Harz aufgewachsen, meine familiären Wurzeln liegen in Thüringen und Sachsen. In der Schule haben wir die russische Sprache gelernt. Als Studentin bin ich nach Moskau und St. Petersbug gereist und war überwältigt von der Gastfreundlichkeit. Ich wurde eingeladen und habe mit meinen Gastgebern sehr offene Gespräche geführt. Es hat mich sehr beeindruckt, dass so etwas möglich ist, leben wir doch in einer recht gefühlskalten Zeit. Durch diese Begegnungen kam ich auf die Idee über einen Mann zu schreiben, der mit seinen Gefühlen nicht zurechtkommt.

TG: Wie wichtig ist Ihre Umgebung für Ihre Arbeit, haben Sie besondere Ansprüche an Ihren Arbeitsplatz?

Peggy Wolf: Der Blick in den Garten ist mir sehr wichtig. Großen Wert lege ich auf meinen Schreibtisch, einen rückenfreundlichen Stuhl und besonders auf meine Tastatur. Während des Schreibens höre ich gerne laute Musik. Je nach Stimmung kann es klassische Musik sein, oder auch mal Rock; manchmal kann es auch Filmmusik sein, das hängt auch immer davon ab, an welchem Text ich gerade arbeite. Ich glaube, meine Nachbarn sind manchmal ganz froh, wenn ein Buchprojekt beendet ist. (lacht)

TG:  Frau Wolf haben Sie feste Zeiten, zu denen Sie schreiben?

Peggy Wolf: Ich bin sehr diszipliniert, um 9.00 Uhr setze ich mich an meinen Schreibtisch und mache mir Notizen, ich „filtere“ sozusagen meine Ideen und Notizen und denke über die kommenden Abschnitte nach. Nach einer Pause um die Mittagszeit sitze ich dann bis ca. 18.00 Uhr an meinem Rechner und schreibe an meinem Text.

TG: Es ist bekannt, dass manche Autoren mit Schreibblockaden zu kämpfen haben. Kennen Sie das auch?

Peggy Wolf: Ja, das kenne ich, habe glücklicherweise bisher aber noch nicht damit zu kämpfen gehabt. Ich gestatte mir größere Pausen um Ideen für neue Projekte zu finden und zu vertiefen. Neben Romanen und Erzählungen schreibe ich auch Kurzgeschichten. Diese entstehen z. B. durch Skizzen, deren Verwendung im Roman ich dann aber verworfen habe.

TG: Schreiben Sie „nur“ Bücher für Erwachsene, oder auch für andere Zielgruppen?

Peggy Wolf: Gemeinsam mit einem anderen Autor habe ich ein Kinderbuch geschrieben, ein zweiter Band ist geplant. Außerdem habe ich ein Theaterstück und Märchen verfasst. Die Märchen sind aber noch nicht veröffentlicht worden.

 TG: Was raten Sie Menschen, die vielleicht angeregt durch die Suedlese, Lust bekommen haben selbst zu schreiben, die aber nicht wissen, wie sie beginnen sollen?

Peggy Wolf: Mein Tipp an alle, die sich mit dem Gedanken tragen: „einfach anfangen. Schauen wie weit sie oder er kommt und sich der eigenen Zufriedenheit nähern. Wer alleine nicht weiterkommt, sollte sich Hilfe suchen“.

TG: Frau Wolf, das ist ein sehr gutes Stichwort, Sie bieten ja auch Ihre Unterstützung in Form von Kursen an.

Peggy Wolf: Ja, das ist richtig, ich gebe Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, begleite Autoren aber auch in einem Mentoringprogramm über längere Zeit. Mir geht es ums Schreiben, darum, Ziele zu definieren, wie etwas verändert werden kann, eine Art Geschehnisse in Szene zu setzen, Protagonisten beinahe lebendig wirken zu lassen oder den gesamten Text wahrhaftiger wirken zu lassen.

TG: Frau Wolf, ich bedanke mich sehr herzlich für dieses Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

TERMIN: So., 6. Juni, 17h online: Peggy Wolf – Weißes Land – aus dem Amtshaus Moisburg, vom Kulturpunkt Moisburg e.V.

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Ute Holst, ebenfalls Autorin.)

 

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