Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Erfahrungsbericht

Foto: freestock-photos / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Am letzten Sonntag sammelte ich erste Bühnenerfahrung,

 wenn man denn bei einer einmaligen Gelegenheit von Sammeln sprechen kann. Und ich stand noch nicht einmal auf der Bühne, sondern bekam wie gewünscht einen Stuhl gestellt, damit ich meine Aufregung aussitzen kann und nicht zusammenbreche, wenn meine Beine mich nicht tragen wollen, weil sie Lampenfieber haben und ins Bett gehören. Ich freute mich also, dass andere für mich mitgedacht hatten und mir einen Sitzplatz anboten. Etwas weniger Kopfzerbrechen für mich, wie das wohl werden wird.

Das Wetter war jetzt nicht so prall, und es tat mir ein wenig leid für die Leute, die ich im Regen stehen lassen musste, während ich selber ein Dach über dem Kopf hatte. Für die kulturelle Belebung dieses schönen Plätzchens an der Außenmühle wäre ein wenig Wetterschutz wünschenswert, möglichst in Form eines mobilen Unterstands. Doch eines nach dem anderen.

Den Besuchern hätte ich Tapferkeitsmedaillen verliehen. Ich hoffte, sie mit etwas trockenem Humor trösten zu können, aber ich vermag nicht zu beurteilen, ob er überall ankam. Mir wurde im Anschluss gesagt, ich hätte meine Sache gut gemacht. Meine Aussagen waren wohl dank deutlicher Aussprache, Betonung und Mikrofon halbwegs verständlich.

Mein Zweifel gab jedoch nachträglich zu bedenken, dass ich mich und den Zusammenhang zu SuedKultur hätte besser vorstellen können. Das kommt davon, wenn sich Sachen vermischen, denke ich. Einerseits ernsthaftes Engagement unter bürgerlichem Namen, insbesondere für die Literaturtage – die sogenannte SuedLese – und die neueröffnete Kunstleihe. Andererseits Nischenhumor mit Gedanken und Wortspielereien in Form von Kolumnen mit TIEFGANG unter meinem selbst gewählten Namen Philo Sophie Selbst-Zweifel.

Mein Zweifel bezweifelte, ob das so klar geworden sei. Tja, hinterher ist man immer klüger. Der Schlaumeier hätte mich ja in dem Moment besser beraten können. Im Vorwege hatte er nämlich dafür plädiert, möglichst dicht bei meinem ausgedruckten Text zu bleiben, damit ich nicht anfange zu labern und plötzlich ist die Zeit um und ich kam gar nicht zum Lesen …

Ich dagegen machte mir Selbst-Vorwürfe, dass ich es versäumt hatte, ausführlicher Werbung für die Kunstleihe zu machen und auch darauf hinzuweisen, dass diese am kommenden Sonntag, den 25. August geschlossen bleibt, weil wir an dem Wochenende beim Kunstfest in Buxtehude sind. Für dieses Versäumnis erteilte ich mir einen schriftlichen Verweis, den jetzt hoffentlich möglichst viele noch rechtzeitig lesen. Es wäre schade, wenn sie uns ausgerechnet dann die Bude einrennen wollen, wenn wir nicht da sind!

Für mich war das Mitmach-Programm beim „Sommer im Park“ spannend, unterhaltsam und lehrreich. Ob ich im nächsten Jahr wieder Kolumnen zum Besten geben möchte, sei mal dahin gestellt. Ich persönlich fühle mich im kleineren Rahmen wohler, weil ich mir ein besseres Bild von den Zuhörern und der Stimmung machen kann, wenn ich dichter dran bin. Am liebsten begegne ich meinem Gegenüber auf Augenhöhe.

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