Ausstellung lenkt Blick auf aktuelles Fluchtland Syrien:

Die Geschichte bleibt

Aleppo: Busgarage in der Altstadt, 1960, Ektachrome. Courtesy und © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin. Foto: Yvonne v. Schweinitz

Syrien wird Thema des Archäologischen Museums Hamburg. Und diesmal geht  es nicht um den derzeitigen Krieg.

Seit dem 21. März 2019 zeigt das in Harburg ansässige Archäologische Museum Hamburg die Ausstellung „SYRIEN. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“. Es ist eine Ausstellung  mit Fotografien von Yvonne von Schweinitz (1921-2015). Die Fotografin reiste 1953 und 1960 nach Syrien in die heute weitgehend zerstörten Städte Damaskus, Homs, Hama und Aleppo, mit Abstechern in die Wüstenoase Palmyra und ins Alawitengebirge. Die Ausstellung lädt den Besucher ein, sich auf die Pfade der Reisefotografin Yvonne von Schweinitz zu begeben. Zu sehen sind über 80 Schwarz-Weiß-Fotografien und zahlreiche Farbdiapositive, die sie mit ihrer Rolleiflex und verschiedenen Kleinbildkameras aufgenommen hat. Ergänzendes Material vermittelt einen Eindruck von der aktuellen, vom Bürgerkrieg erschütterten Situation Syriens.

Syrien – das unbekannte Land

Mit der Ausstellung rückt das Museum ein Land in den Fokus, dessen bedeutende Kultur und viele  Jahrtausende währende Geschichte den meisten wenig bekannt ist. Das aktuelle Bild von Syrien ist geprägt von der medialen Berichterstattung über den Bürgerkrieg mit unzähligen Toten, zerstörten Städten und Kulturdenkmälern sowie Millionen von Menschen, die auf der Flucht sind. Die Ausstellung hingegen vergegenwärtigt den kulturellen Reichtum und die historische Bedeutung Syriens und zeigt auf, dass die Geschichte Syriens trotz aller Widrigkeiten bestehen bleibt und das Land und seine Menschen nicht vergessen werden sollten. Angeordnet sind die Bilder in sieben Stationen, die sich an von Schweinitz‘ Reiseroute orientieren und den Besuch der Ausstellung selbst zu einer kleinen Reise machen. Die gerahmten Aufnahmen auf Barytpapier zeigen neben bedeutenden geschichts- und religionsträchtigen Baudenkmälern und Sehenswürdigkeiten auch Straßen- und Alltagsszenen, Kulturorte sowie Portraits verschiedener Ethnien.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit den Hamburger Kuratoren Claus Friede und Mathias von Marcard. 

Zur Fotografin Yvonne von Schweinitz

Yvonne von Schweinitz, geb. Gräfin von Kanitz, wurde 1921 in Danzig geboren. Sie studierte Romanistik und Kunstgeschichte und war anschließend als Übersetzerin tätig. Ihre erste große Foto-Reise führte sie 1952 nach Marokko. 1953 bereiste sie sieben Monate lang zusammen mit Kollegen, darunter auch der Journalist Hans von Meiss-Teuffen, den Vorderen Orient mit dem Auto. Ihre legendären Fotos brachte sie in das Atelier des bekannten Fotojournalisten Willy Pragher (1908-1992) in Freiburg i.Br. ein. 1957 heiratete sie Viktor von Schweinitz. Ihre fotografische Tätigkeit übte sie weiter aus. Auf ausgedehnten Reisen mit ihrem Mann nach Nordafrika, in den Nahen und Mittleren Osten und nach Südamerika, entstanden zahlreiche Bildreportagen. Eine Auswahl ihrer Syrien-Fotografien aus den Jahren 1953 und 1960 ist nun erstmals in einer eigenen Schau zu sehen.

Die Ausstellung ist ein Projekt von Claus Friede Contemporary Arts und Marcard Pro Arte & V V GmbH. Mit Unterstützung der Fondation Erica Sauter, Genève.

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.00 – 17.00 Uhr

Ort: Archäologisches Museum    Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Laufzeit: 22. März 2019 bis

 

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